Kinky Boots verzaubert das Metronom Theater
Von der grauen Fabrikhalle auf den glitzernden Laufsteg: Das Erfolgs-Musical „Kinky Boots“ hat das Metronom Theater in Oberhausen in ein Meer aus Pailletten, Stolz und mitreißenden Cyndi-Lauper-Beats verwandelt. Ein Abend über Toleranz, Familie und die Kraft, die Welt auf 15-Zentimeter-Absätzen zu verändern.Die Geschichte, basierend auf einer wahren Begebenheit, könnte kaum herzlicher sein: Charlie Price erbt die marode Schuhfabrik seines Vaters in Northampton. Um das Unternehmen vor dem Ruin zu retten, lässt er sich auf eine riskante Idee ein: Er produziert Stiefel für eine Marktnische – „Kinky Boots“ für Dragqueens.Doch was das Stück im Kern trägt, ist die Chemie zwischen den beiden Hauptfiguren, die in dieser Produktion meisterhaft besetzt sind.Tosh Wanogho-Maud & Dan Partridge, ein darstellerisches Power-Duo,die der Inszenierung im Metronom Theater ihren Stempel aufdrücken:
Tosh Wanogho-Maud als Lola: Mit einer unglaublichen Präsenz und einer Stimme, die mühelos zwischen kraftvollem Soul und verletzlichen Nuancen wechselt, ist er das Herz der Show. Wenn er in „Hold Me in Your Heart“ die Seele der Lola offenbart, bleibt im Saal kaum ein Auge trocken. Wanogho-Maud verkörpert die Balance zwischen exzentrischer Diva und dem Mann, der nur um Akzeptanz kämpft, mit einer beeindruckenden Authentizität.
Dan Partridge als Charlie Price: Partridge spielt den anfangs etwas verlorenen Erben mit einer einnehmenden Wärme. Seine Wandlung vom unsicheren Fabrikbesitzer zum entschlossenen Visionär ist glaubhaft und sympathisch. Gesanglich harmoniert er perfekt mit dem restlichen Ensemble, besonders in den emotionalen Momenten, in denen Charlie erkennt, dass er und Lola mehr gemeinsam haben, als es den Anschein hat.Die Partitur von Pop-Ikone Cyndi Lauper ist das pulsierende Herz der Show. Von energiegeladenen Hymnen wie „Raise You Up / Just Be“ bis hin zu hochemotionalen Balladen trifft die Musik punktgenau ins Schwarze.
Das Metronom Theater bietet hierfür die perfekte Kulisse. Die technische Brillanz der Bühne wird besonders deutlich, wenn sich die triste Fließband-Umgebung in Sekundenschnelle in einen glamourösen Mailänder Catwalk verwandelt. Ein besonderes Lob gebührt den „Angels“, die mit akrobatischen Tanzeinlagen auf mörderischen High Heels das Publikum zu Begeisterungsstürmen hinreißen.
Das Ruhrgebiet ist bekannt für seine Bodenständigkeit und seinen herzlichen Schlag – genau diese Werte verkörpert „Kinky Boots“. Wenn die Fabrikarbeiter ihre Vorurteile ablegen und gemeinsam mit den Dragqueens tanzen, spürt man im Publikum eine ganz besondere Energie. Es ist eine Show, die das Herz wärmt, ohne dabei in Kitsch zu versinken.
„Kinky Boots“ in Oberhausen ist ein lautes, buntes und dringend notwendiges Plädoyer für die Vielfalt. Wer das Theater verlässt, tut dies nicht nur mit einem Ohrwurm, sondern auch mit einem offeneren Blick auf seine Mitmenschen.
Wer die Show in Oberhausen erleben möchte, muss schnell sein: Das Gastspiel ist streng limitiert, da bereits im Februar das nächste Highlight im Metronom Theater einzieht.
• Spielzeit: Nur noch bis zum 01. Februar 2026.
• Ticket-Links: * Direkt beim Veranstalter: atgtickets.de
• Über Eventim.de
• Preise: Tickets sind bereits ab ca. 49,90 € erhältlich.
• Location: Metronom Theater am Centro, Musikweg 1, 46047 Oberhausen.
• Hinweis: Die Show wird im englischen Original mit deutschen Übertiteln aufgeführt.











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